Scotland, UK --- People looking at a dead Sperm Whale (Physeter macrocephalus) washed up on Balmedie Beach near Aberdeen. The animal is lying on its left side. It is approximately 30 feet (10 metres) long, and weighs approximately 25 tons. The carcase has started to rupture due to decomposition; it has been ashore approx 48 hours --- Image by © Duncan Shaw/Ocean/CorbisScotland, UK --- People looking at a dead Sperm Whale (Physeter macrocephalus) washed up on Balmedie Beach near Aberdeen. The animal is lying on its left side. It is approximately 30 feet (10 metres) long, and weighs approximately 25 tons. The carcase has started to rupture due to decomposition; it has been ashore approx 48 hours --- Image by © Duncan Shaw/Ocean/Corbis

Todesursache: Plastikmüll

Ein Pottwal vor der spanischen Südküste stirbt einen qualvollen Tod. Sein Darm war völlig verstopft. Eine Million Seevögel und rund 100.000 Meeressäuger sterben jährlich den Plastiktod.

Fühlt sich irgendwer persönlich verantwortlich für den Plastikmüll in unseren Meeren? Niemand. Ich auch nicht. Trotzdem bin ich mir sicher, dass auch Teile meines Plastikmülls irgendwo herumschwimmen. Wo der Plastikabfall ins Meer gelangt ist nebensächlich. Kein Land alleine ist für den Plastikwahnsinn verantwortlich. Und mit verbesserten Müllaufbereitungsanlagen für Plastikabfälle alleine ist es auch nicht getan. Insgesamt 650 Tonnen Abfall landen jede Stunde im Meer. Im Pazifik treibt eine unvorstellbare Müllinsel. Sie ist doppelt so groß wie Deutschland.

Castell de Ferro ist eine kleine Ortschaft an der spanischen Südküste in der Provinz Granda. Zwischen den vielen kleinen Buchten schießen immer mehr Gewächshäuser aus dem Boden. Hier werden verschiedenste Gemüsesorten gezüchtet und nach ganz Europa exportiert. Das ist kein sehr lukratives Geschäft, trotzdem aber ein boomender Industriezweig vor allem rund um die andalusische Hafenstadt Almería, weil Plastik-Gewächshäuser in Krisenzeiten viele Großfamilien in Südspanien ernähren. Die gesamte Region hat sich zum Wintergarten Europas entwickelt. Auch auf Satellitenfotos sind die Gewächshäuser deutlich sichtbar, schließlich erstrecken sie sich über ein Gebiet von 40.000 Hektar. Die Kehrseite: Jedes Jahr fallen 2,4 Tonnen Plastikmüll pro Hektar ab. Nur etwa 30 Prozent werden tatsächlich ordnungsgemäß entsorgt. Wo landet der Rest?

Im letzten Jahr ist ein zehn Meter langer toter Pottwal an die Küste gespült worden. Abseits der Touristenstrände. Das galt schon damals als traurige Sensation, weil im ganzen Mittelmeer nur noch geschätzte eintausend Pottwale leben, schätzen die größten Optimisten. In den folgenden Wochen und Monaten wurde der 4,5 Tonnen schwere Pottwal-Leichnam von Meeresbiologen der staatlichen Forschungswarte Donana untersucht. Der Abschlussbericht hat nun verdeutlicht, wie qualvoll der Wal verendet sein muss. Sein Darm war von Abfall völlig verstopft, das Tier muss regelrecht implodiert sein. In seinem Magen wurde ein komplettes Gewächshaus gefunden. Vor allem unterschiedlichste Größen durchsichtiger Plastikplanen. Zudem 59 verschieden Gegenstände: Gartenschläuche und kleinere Blumentöpfe, Kleiderbügel und Teile einer Matratze.  Summa summarum: 17 Kilogramm Plastikabfall. Als Todesursache wird Umweltverschmutzung angegeben. Genau genommen hat sich der Pottwal an Plastikmüll überfressen. Eine Million Seevögel und rund 100.000 Meeressäuger sterben jährlich den Plastiktod.

Nur etwa 15 Prozent des im Meer „entsorgten“ Kunststoffes werden wieder an die Küsten gespült. Mehr als zwei Drittel sinken auf den Meeresgrund, wo das Plastik aber nicht abgebaut wird. Durch Einwirkung von Salzwasser, UV-Strahlung und auch durch Reibung werden die Plastikteilchen feiner und kleiner. Schätzungen gehen davon aus, dass 90 Prozent des Plastikmülls kleiner als vier Millimeter im Durchmesser sind. Mundgerecht für Fische, Muscheln und Krebse, die irgendwann auf unseren Tellern landen.

Todesursache: Plastikmüll.

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