11 Dec 2014, Manama, Bahrain --- Muslim woman taking photo and silhouetted against sunset at Bahrain Fort near Manama at Seef, Bahrain --- Image by © Steve Heap/incamerastock/Corbis11 Dec 2014, Manama, Bahrain --- Muslim woman taking photo and silhouetted against sunset at Bahrain Fort near Manama at Seef, Bahrain --- Image by © Steve Heap/incamerastock/Corbis

Saudi Arabien: Die Enthauptung der „Hexe“

Amina bent Abdelhalim Nassar wurde gestern im Norden Saudi Arabiens enthauptet. Sie wollte Kranke heilen. Aber sie wurde wegen „Hexerei und Zauberei“ zum Tode verurteilt. Zumindest 73 Menschen wurden in diesem Jahr bereits hingerichtet. 140 sitzen derzeit in Todeszellen. 

Hinrichtungen, vor allem Enthauptungen, werden in Saudi Arabien sehr schnell vollzogen.  So war es auch gestern in der nördlichen Provinz Jawf, an der Grenze zu Jordanien: Amina bent Abdelhalim Nassar wurde mit einem Auto zu einem öffentlich zugängigen Platz in der gleichnamigen Provinzhauptstadt gebracht. Am Rande eines Grabens musste sie sich gefesselt niederknien. Dann wurden ihr die Augen verbunden. Wenige Augenblicke später versetzt ihr der Schafrichter einen kräftigen Stoß in den Rücken. Sie bäumt sich ein letztes Mal auf. Im nächsten Moment wird sie durch das Schwert enthauptet. Der Kopf fällt zu Boden, das Blut fließt in den Graben.

„Amina bent Abdelhalim Nassar ist gestern Vormittag hingerichtet worden“, erklärt die Nachrichtenagentur SPA (Saudi Arabia News Agency) unter Berufung auf das saudi-arabische Innenministerium

Dabei wollte sie in erster Line Kranke heilen. 650 Euro hat sie pro Sitzung verlangt. Kaum jemand kann mit Sicherheit sagen, ob ihre Heilungsmethoden erfolgreich waren oder nicht. Ausser Abdullah al-Mohsen. Er ist der Chef der saudi-arabischen Regionalpolizei. Und er sich ganz sicher: „Amina bent Abdelhalim Nassar hat ihre Kunden betrogen.“ Und genau deswegen wurde sie auch wegen „Hexerei und Zauberei“ zum Tode verurteilt. Das Zitat von Abdullah al-Mohsen ist in einer Londoner Ausgabe der arabischen Tageszeitung Al Hayat erschienen. Doch wie kommt er zu diesem Schluss?

Das darf er natürlich nicht preisgeben. Schließlich sind die Ermittlungen in Saudi Arabien nicht öffentlich. Das Land hat kein Strafgesetzbuch und keine Strafprozessordnung. Trotzdem: Der Weg von der Verhaftung bis zur Hinrichtung ist klar vorgeschrieben. Nachdem der Verdächtige von der Polizei festgenommen worden war, wird untersucht, ob er die ihm vorgeworfene Straftat auch tatsächlich begangen hat. Dabei sollen saudi-arabische Behörden verschiedensten Foltermethoden einsetzen, ist Amnesty International überzeugt. Das Ermittlungsergebnis der Polizei wird dann dem Richter vorgelegt. Sein Urteil stützt sich auf die Scharia, also auf das islamische Rechtssystem oder auf andere Strafgesetze. Nach dem Berufungsgericht und dem hohen Justizrat, wird das Urteil, nach ungefähr zwei bis drei Jahren, dem König zur Bestätigung vorgelegt.

„Hexerei und Zauberei“ ist in Saudi-Arabien ein Kapitalverbrechen. Es wird mit der Todesstrafe geahndet. Genauso wie Drogenhandel, Raubüberfälle, Mord oder Vergewaltigung. Wer verurteilt ist, wird in Saudi Arabien selten begnadigt. Dabei wäre es, nach saudi-arabischem Recht, den Angehörigen von Mord- oder Vergewaltigungsopfern möglich, dem Täter zu vergeben. Doch solche Gnadenakte sind äußert selten. Im saudi-arabischen Arar, nicht weit von der irakischen Grenze entfernt, soll am 14. Juli 2000 ein Mann enthauptet werden. Der Scharfrichter stand bereits mit gezogenem Schwert neben ihm, als der Bruder des Mordopfers den Täter begnadigte. Die Exekution wurde sofort abgebrochen.

Im ultrakonservativen Königreich Saudi Arabien soll es heuer bereits mehr als 70 Hinrichtungen gegeben haben. Aber wirklich verläßliche Informationen gibt es kaum. Weitere 140 Menschen sitzen derzeit in Todeszellen.

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