Lyon, France, France --- Ecologist activist Paul Waston (Sea Sheperd) is seen in Lyon as he delivers speech during a rally held at Bellecour square to protest against wolves hunting --- Image by © Serge Mouraret/CorbisLyon, France, France --- Ecologist activist Paul Waston (Sea Sheperd) is seen in Lyon as he delivers speech during a rally held at Bellecour square to protest against wolves hunting --- Image by © Serge Mouraret/Corbis

Paul Watson: Umweltterrorist oder Schutzherr der Weltmeere?

Paul Watson war einer der ersten Greenpeace-Umweltaktivisten. Bis er Sea Shepherd gegründet hat, um vor allem Wale und Haie, Delfine und Robben zu schützen. Mit umstrittenen Methoden. Nun wurde er festgenommen. Wird ihn Deutschland an Costa Rica ausliefern?

Nur aufzeigen, aufstehen und demonstrieren ist Paul Watson zu wenig. Er kämpft für seine Anliegen: Kompromisslos und wenn es sein muss auch bis zur Selbstaufgabe. Ausschlaggebend dafür war ein Erlebnis, das mittlerweile mehr als drei Jahrzehnte zurückliegt: Im Juni 1975 waren Paul Watson und sein Freund Robert D. Hunter, lediglich mit einer Harpune bewaffnet,  die ersten Menschen, die ihr Leben für den Schutz von Walen riskierten: Mit ihrem Schlauchboot versuchten sie, ein sowjetisches Schiff an der Pottwaljagd zu hindern. Das Vorhaben scheiterte. Die Wale wurden abgeschlachtet. Doch von diesem Augenblick an war sich Paul Watson sicher, dass er „sein Leben zum Schutz der Wale und aller Geschöpfe der Meere einzusetzen wird.“

Kein Wunder, dass ihm die Umweltorganisation Greenpeace, die er mitbegründet hatte, bald zu „harmlos“ und zu „bürokratisch“ war. Er gründete die Sea Shepherd Conservation Society. Eine militante Umweltschutzorganisation mit Sitz in Friday Harbor im US-Bundesstaat Washington. De jure ist Sea Shepherd eine Stiftung, die sich ausschließlich durch Spenden finanziert. Im Mittelpunkt steht der Schutz der Meere, der Kampf gegen den Walfang und gegen die Robbenjagd. Doch die Methoden sind nicht unumstritten. Walfängerschiffe wurden gerammt und Schiffe illegaler Fangflotten mit ungiftigen, jedoch sehr geruchsintensiven Buttersäure-Bomben beworfen. So verhinderte Sea Sheperd die kommerzielle Verwertung des Fischfangs.

Die Organisation patrouilliert vor den Galapagos Inseln, ergreift Maßnahmen gegen die Robbenjäger und rammt Treibnetz-Trawler, damit ihre Treibnetze für immer auf dem Grund des Meeres liegen bleiben. Ingesamt zehn Walfangschiffe wurden versenkt. Dabei betont Sea Shepherd gerne, dass es „deswegen keine einzige Verurteilung gegeben hat, weil es sich in allen Fällen um illegal operierende Gesetzlose gehandelt hat.“ Trotzdem wird die Weltpresse nicht müde Paul Watson als „Ökoterroristen“ abzustempeln. Er selbst beruft sich auf die Weltcharta für die Natur der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1982 (World Charter for Nature). Darin wird eindeutig festgehalten, dass auch Privatpersonen berechtigt sind, im Namen der internationalen Schutzgesetze zu handeln und diese Schutzgesetze auch durchzusetzen. Jede provokante Aktion von Sea Shepered  ist einem einzigen Grundsatz untergeordnet: Keine Menschen zu verletzen.

„Sharkwater“ ist ein mehrfach ausgezeichneter kanadischer Dokumentarfilm, der 2002 vor der Küste Costa Ricas gedreht wurde. Buchautor und Filmregisseur Rob Stewart wurde von Paul Watson tatkräftig unterstützt, als es darum ging, das kommerzielle Abschlachten von Haien zu dokumentieren: Hai-Wilderer werden in „Sharkwater“ zur Rede gestellt und der Welt wird die brutale und grausame Shark-Finning Methode vor Augen geführt: Lebenden Haien werden die Flossen abgeschnitten. So werden die Tiere dann zurück ins Meer geworfen. Sie verenden qualvoll.

Während der Sharkwater – Dreharbeiten soll der militante Umweltaktivist die Schifffahr in guamaltekischen Gewässern behindert haben. Doch die Behörden Costa Ricas behaupten zudem, Watson habe die Crew eines Schiffes bedroht und mit einer Wasserkanone angegriffen. Ein internationaler Haftbefehl wurde ausgestellt. Vor acht Tagen wurde Watson am Frankfurter-Flughafen festgenommen. Das Oberlandesgericht in Frankfurt hat aber mittlerweile beschlossen, ihn gegen eine Kaution von 250.000 Euro freizulassen. Deutschland darf er allerdings nicht verlassen bis entschieden ist, ob er nach Costa Rica ausgeliefert wird oder nicht. Und das, obwohl Interpol bereits festgehalten hat, dass „die Grundlagen für ein Festnahmeersuchen gegen Watson nicht gegeben sind. Auch aus dem Grund, weil Paul Watson in Costa Rica kein faires Verfahren erwarten kann. Schließlich muss befürchtet werden, dass die strafrechtliche Verfolgung Watsons nach so vielen Jahren auch politisch motiviert ist.

 Laut Paul Watson

* sollen menschliche Gemeinschaften (Städte) nicht mehr als 20.000 Einwohner haben und durch weiträumige Wildgebiete getrennt sein.

* hat die menschliche Population die globale Tragfähigkeit schon lange überschritten.

* wird die biologische Vielfalt unseres Planeten durch folgende Faktoren gefährdet: Überfischung, Verschmutzung, Vergiftung und landwirtschaftliche Monokulturen.

* ist eine freiwillige Populationskontrolle wünschenswert. Er schlägt vor, dass sich die Menschheit in Zukunft auf eine Milliarde Individuen beschränken und nur denjenigen Nachwuchs zuzugestehen, die sich ihrer Verantwortung für das Wohlergehen der Welt und ihrer Bewohner stellen.

Zu den bekanntesten Unterstützern von Sea Shepherd gehör(t)en:

Richard Dean Anderson, Pierce Brosnan, Brigitte Bardot, der Dalai Lama, Sean Penn, Red Hot Chili Peppers, Rutger Hauer, Fürst Albert von Monaco, Daryl Hanna und Martin Sheen.

 Video: Sharkwater

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