06 Oct 2012, Genoa, Genova Province, Italy --- Genoa, Italy. 6th October 2012 -- A model of the submarine used by Mr. Cameron to arrive to -10898. -- The new Rolex Deep Sea, built on occasion of the Deep Sea Challenge in with Mr. James Cameron reached -10898 meters in the Mariana Trench was exposed for the first time at the Salone Nautico di Genova in Italy. --- Image by © Federico Scoppa/Demotix/Corbis

James Cameron: 11.000 Meter unter dem Meer

Titanic-Regisseur James Cameron (57) erreicht als erster Solotaucher den tiefsten Punkt der Weltmeere. Mit seinem U-Boot „Deepsea Challenger“ taucht er zum Meeresboden des Marianengrabens in 10.898 Meter Tiefe. Eine Expedition mit vielen Risiken.

48 Stunden vor der historischen Angelobung von Barack Obama zum 44. Präsidenten der USA erklärte der noch amtierende Präsident George W. Bush, den Marianengraben zum nationalen Monument der Vereinigten Staaten. Eine Meereszone von 200 Seemeilen gehört nach internationalen Bestimmungen zum jeweiligen Staatsgebiet. Die Insel Guam im westpazifischen Ozean ist ein Außengebiet der Vereinigten Staaten. So ist ein Forscherteam der Universität von New Hampshire im letzten Jahr aufgebrochen, um den Marianengraben, er erstreckt sich südlich der Insel Guam, neu zu vermessen und herauszufinden, ob bestimmte Unterwasser-Gebirge, als die Verlängerung des amerikanischen Staatsgebietes von Guam und den nördlichen Marianeninseln aus gelten können.

Sobald das Forschungsteam rund um den Expeditionsleiter Jim Gardner zurückkam, war der politische Hintergrund dieser Expedition zum Glück schnell vergessen. Die Vermessungsergebnisse waren in erster Line aus wissenschaftlicher Sicht interessant:  Der Marianengraben selbst hat eine Länge von 2.400 Kilometern. Er senkt sich an seiner tiefsten Stelle auf 10.994 Meter (plus/minus 40 Meter) ab. Der Mount Everest würde in dieser als Challengertief bekannten Stelle nicht nur versinken, er würde über zwei Kilometer hoch mit Wasser bedeckt sein. Zum Vergleich: Der Marianengraben wurde erstmals im Jahr 1899 vermessen. Per Drahtlotung wurde damals eine Meerestiefe von 9.960 Meter ermittelt.

Gestern ist der 57-jährige James Cameron, der „Titanic“- und „Avatar“- Regisseur in den Marianengraben hinuntergetaucht. Mit seinem sieben Meter langen Spezial – U-Boot „Deepsea Challenger“. Seine Reise zum tiefsten Punkt des Meeres dauerte 2 Stunden und 36 Minuten.

 „Es war total düster, wie auf dem Mond. Ständig habe ich gedacht `das ist aber eine lange Reise´. Du fährst zuerst an der Titanic vorbei und dann an der Bismarck und  bist noch lange nicht unten. Es war verrückt.“

Cameron verbringt knapp drei Stunden auf dem Meeresboden. Sein U-Boot wiegt 12 Tonnen. Es ist mit einem Sediment-Sammler, einem Roboter-Greifarm, einer „Saugpistole“ zum Einsammeln von kleinen Tiefseebewohnern sowie mit diversen Sensoren zur Messung von Temperatur, Salzgehalt und Wasserdruck ausgestattet. Cameron war von 170.000 Tonnen Wasserdruck umgeben.  Das U-Boot würde bei einem winzigen Leck sofort implodieren. Der Marianengraben ist ungefähr 120 Mal größer als der Grand Canyon. Cameron ist der erste Solotaucher, der sich in diese Tiefe von 10.898 Meter vorwagt. Zum Auftauchen werden Ballastgewichte gelöst. Für den Weg nach oben benötigt Cameron lediglich 70 Minuten.

Gemeinsam erforschten der Schweizer Jacques Piccard und der Amerikaner Don Walsh mit ihrem Tauchboot „Trieste“ 1960 erstmals den tiefsten Punkt der Weltmeere. Als Walsh gestern von National Geographic über den erfolgreichen Tauchgang Camerons telefonisch informiert wurde, erklärte er:

„Dieser Club hat insgesamt nur drei Mitglieder. Jacques Piccard ist leider schon gestorben. So gesehen sind nur noch Jim (James Cameron) und ich übriggeblieben.“

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