ca. 1987, Connecticut, USA --- The USS City of Corpus Christi churns the waters of Long Island Sound near Groton, Connecticut. | Location: near Groton, Connecticut, USA.  --- Image by © Steve Kaufman/CORBISca. 1987, Connecticut, USA --- The USS City of Corpus Christi churns the waters of Long Island Sound near Groton, Connecticut. | Location: near Groton, Connecticut, USA. --- Image by © Steve Kaufman/CORBIS

Israel: Eine Atommacht rüstet weiter auf (2.Teil)

Deutschland hat der Atommacht Israel drei Dolphin U-Boote verkauft. Israel wird diese U-Boote vermutlich mit nuklearen Marschflugkörpern aufrüsten. Alle iranischen Atomanlagen sind in Reichweite der „Popeye Turbo“ Marschflugkörper.

Als das erste U-Boot, der „Dolphin 212 A“, bereits Ende Februar in einer Kieler Werft zu Wasser gelassen wurde, war klar, dass dieses U-Boot Raketenschächte für Atomwaffen besitzt. Nachrichten-Politik berichtete damals ausführlich, nicht nur über das U-Boot, das für Israel bestimmt war, sondern über das gesamte Wettrüsten im Nahen Osten. Immer mehr Leser aus Israel interessierten sich für den Politblog. Auch die liberal israelische Tageszeitung „Haaretz“. Am 19. März schickte Shirel Peleg eine e-mail an Nachrichten-Politik.

Hello,
I am contacting you from Haarez newspaper in Israel,
I wanted to know if you can tell me where you got this picture and may I use it also „Israel: Eine Atommacht rüstet weiter auf.“
The picture of the big u boot in Kiel
I will be leaving now work so I would be greatfull if you will write back to me. 
Kind regards, Shirel Peleg
 Der „Super Dolphin“ ist eine Weiterentwicklung der drei in Kiel gebauten U-Boote aus den Jahren 1998 bis 2001 und besitzt insgesamt zehn Torpedorohre. Die sechs kleineren haben eine Größe von je 533 mm, die vier größeren haben einen Durchmesser von je 650 mm und sind für sogenannte nuklearwaffenfähige Marschflugkörper vorgesehen. Voraussichtlich für den Typ „Popeye Turbo“, sollte Israel keinen Marschflugkörper entwickeln, der noch besser für den Dolphin geeignet ist und über den wir noch keinerlei Informationen besitzen.
Der Marschflugkörper „Popeye Turbo“ kann dann wieder mit Atomsprengköpfen bestückt werden. Er wird aus einem Torpedorohr gestartet, ehe ihn ein Feststoffraketenbooster aus dem Wasser befördert. In der Luft wird er dann von einem Turbojet-Triebwerk angetrieben. Nach offiziellen Angaben soll der „Popeye Turbo“ eine Reichweite von rund 300 km haben, doch wenn wir inoffiziellen Berichten glauben wollen, dann kann er Ziele in einer Entfernung von über 1500 km erreichen. Natans und Isfahan, Arak und Fordo – alle vier iranischen Atomanlagen befinden sich in Reichweite der „Popeye Turbos“, die entweder von einem Dolphin U-Boot im Persischen Golf oder von einem land- bzw. luftgestützten Trägersystem im Nordosten Israels gestartet werden können.
Über den ersten „Popeye Turbo“ Test berichtete die „Federation of American Scientists“ (FAS):
„In May 2000 Israel is reported to have secretly carried out its first test launches from two German-built Dolphin-class submarines of cruise missiles capable of carrying nuclear warheads. The missiles launched from vessels off Sri Lanka in the Indian Ocean are said to have hit a target at a range of about 1,500 kilometers. Israel is reported to possess a 200kg nuclear warhead, containing 6kg of plutonium, that could be mounted on cruise missiles.“

Die „Federation of American Scientists“ (FAS) kommt in ihrem Bericht über die Reichweite der „Popeye Turbos“ sinngemäß zu folgendem Schluss:

„Wir haben kaum Zweifel, dass Israel Varianten des „Popeye Turbo“ Marschflugkörpers entwickeln kann, die eine Reichweite von rund 1500 km haben. Zum derzeitigen Zeitpunkt ist es nicht möglich zu beurteilen, ob die amerikanischen Geheimdienste die Reichweite der „Popeye Turbos“ unterschätzt haben oder, ob die israelischen Berichte über die Reichweitentests übertrieben sind. Die Reichweite von 1500 Kilometern würde für israelische Zwecke auf jeden Fall ausreichen.“

Das erste Dolphin U-Boot wurde in Kiel, am Gelände der Howaldtswerke-Deutsche Werft, auf den Namen „Tanin“ getauft. Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen. Auch deshalb, weil zur feierlichen Taufe im Mai fast die gesamte Führung der israelischen Marine aus Tel Aviv angereist war. Insgesamt hat Israel drei Dolphin U-Boote bestellt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,5 Milliarden Euro. Ein Drittel der Finanzierung wird von der deutschen Bundesregierung übernommen.

In den Vordergrund gerückt ist in erster Linie die politische Debatte: Die Frage, ob Deutschland tatsächlich durch den Verkauf von Atom-U-Booten an Israel das Wettrüsten im Nahen Osten unterstützen soll?

Wäre es für Deutschland nicht sinnvoller, das Schuldgefühl gegenüber dem geliebten jüdischen Volk irgendwann einmal als lehrreichen und unvergesslichen Teil der Geschichte zu verstehen, der nun auch schon Geschichte ist? Israel ist ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil der Weltgemeinschaft. Auch deshalb müssen wir sicherheitspolitische Ängste der israelischen Führung sehr ernst nehmen. Dabei darf Deutschland aber sein politisches Selbstbewusstsein nicht aufgeben. Das wünscht sich die Nachkriegsgeneration.

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