07 May 2011, Lewiston, Idaho, USA --- LEWISTON/IDAHO STATE /USA _ American News magazine Time and Newsweek Osama ben Laden dean news on recently american issues 7 April 2011(PHOTO BY FRANCIS JOSEPH DEAN/DEAN PICTURES) --- Image by © Francis Dean/Corbis07 May 2011, Lewiston, Idaho, USA --- LEWISTON/IDAHO STATE /USA _ American News magazine Time and Newsweek Osama ben Laden dean news on recently american issues 7 April 2011(PHOTO BY FRANCIS JOSEPH DEAN/DEAN PICTURES) --- Image by © Francis Dean/Corbis

Hat sich Osama bin Laden selbst erschossen?

„Osama bin Laden hat sich selbst erschossen“, behauptet Ex-Navy Seal Matt Bissonnette in seinem Buch „No easy day“. Er widerspricht somit dem Weißen Haus und durchkreuzt die Wahlkampfstrategie des Präsidenten. Das Pentagon droht. Al-Qaida befiehlt den Tod des Buchautors.

Der Gebäudekomplex, der Osama bin Laden und seiner Familie zur Verfügung stand wurde Waziristan Haveli genannt, weil jener Mann, der für den Bau des Hauses verantwortlich war (von 2003 bis 2005), aus der pakistanischen Provinz Waziristan kam. Waziristan ist eine Bergregion im nordwestlichen Pakistan an der Grenze zu Afghanistan. Hier wurde im März 2004 ein zwei Kilometer langes Tunnelsystem entdeckt, das von einer Bergkette an der afghanischen Grenze zu Wohnhäusern im Dorf Kaloosha führte. In den Bergen Waziristans werden weiterhin islamisch-fundamentalistische Rebellen und führende Köpfe der Al-Qaida vermutet.

Al-Qaida – Führer Osama bin Laden lebte in dem Gebäudekomplex Waziristan Haveli gemeinsam mit seiner Familie. Seit dem 6. Jänner 2006. Im Vorort Bilal Town etwa vier Kilometer vom Stadtzentrum von Abbottabad, 50 km nördlich von Islamabad. Das Grundstück selbst war ungefähr  3.500 m² groß, umgeben von bis zu 5,5 Meter hohen Mauern mit Stacheldraht. Das Haupthaus hatte nur sehr kleine Fenster. Weder gab es eine Telefonleitung noch eine Internetverbindung. Allerdings unzählige Überwachungskameras und mehrere Satellitenschüsseln.

Osama bin Laden verbrachte die Nacht vom 1. auf den 2. Mai 2011 in seinem Schlafzimmer im obersten, zweiten Stockwerk. Gemeinsam mit seiner jüngsten Ehefrau, mit der 30-jährigen Amal Ahmed Abdulfattah. Auf der anderen Seite des Erdballs, in Washington D.C., gab US-Präsident Barack Obama sein „Okay“ für Operation Neptune’s Spear: ein Militäreinsatz der USA in Pakistan. Durchgeführt von den Neavy Seals, eine Spezialeinheit der US-Navy. Zu ihr gehörte auch der 36-Jährige Matt Bissonnette.

„Unmittelbar, bevor wir das oberste Stockwerk erreichten, hörte ich gedämpfte Schüsse. Als wir das Schlafzimmer betraten, lag Osama bin Laden auf dem Fußboden.  Blut und Gehirnmasse sind seitlich aus dem Kopf geronnen.“ Und als der Körper noch gezuckt hatte, richtete er gemeinsam mit einem anderen Navy Seal seinen Laser auf Osamas Brust. Mehrere gezielte Schüsse wurden abgegeben. So beschreibt Matt Bissonnette sinngemäß die letzten Sekunden von Osama bin Laden.

Sein Buch „No easy day“, das er unter dem Pseudonym Mark Owen geschrieben hat, wird im September im Dutton-Verlag erscheinen. Doch es sorgt schon jetzt für große Aufregung, weil es die offizielle Version des Weißen Hauses, Osama bin Laden sei von den Navy Seals getötet worden, widerlegt. Veteranen der Navy Seals werfen dem US-Präsidenten vor, die Tötung Osama bin Ladens für Wahlkampfzwecke zu missbrauchen. Im kommenden November, kurz vor der Präsidentenwahl, sollte der Film „Zero Dark Thirty“ über die Operation Neptune’s Spear ausgestrahlt werden. Regie führt  Kathryn Bigelow, die vom Weißen Haus unterstützt wird. Nach heftigen Protesten der Republikaner wurde die Filmpremiere nun auf Dezember bzw. Jänner verschoben.

Matt Bissonnette hat das Manuskript seines Buches „No easy day“ zunächst weder dem Pentagon noch dem State Department oder dem Hauptquartier der Navy Seals im kalifornischen Colorado vorgelegt. Der Dutton-Verlag versicherte allerdings, dass ein Jurist ganz genau prüft, „ob mit dieser Publikation möglicherweise die nationale Sicherheit der USA gefährdet wird.“  Kurz nachdem dann Admiral Bill McRaven, Befehlshaber des United States Special Operations Command  (SEAL Team 3), gedroht hatte, Bissonnette sogar vor Gericht zu stellen, ist das gesamte Manuskript im Pentagon eingetroffen.

Nun wird es auf Herz und Nieren geprüft, ob es die nationale Sicherheit der USA gefährdet oder nicht. Doch in Wirklichkeit geht es um den bevorstehenden Präsidentenwahlkampf und um die Fragen: Wem kann das Buch helfen? Wem kann es schaden? Welche Aspekte müssen wie in der Öffentlichkeit präsentiert werden, um für den eigenen Präsidentschaftskandidaten das Maximum herauszuholen.

Letztendlich ist die Selbstmordthese aber nur eine von vielen Theorien und Geschichten, die zwischen den USA und Pakistan kursieren. Erinnern wir uns zurück: Bereits drei Tage nach der Operation Neptune’s Spear widersprachen pakistanische Berichte den Angaben des Weißen Hauses: Danach soll Bin Ladens zwölfjährige Tochter Safia in pakistanischen Verhören ausgesagt haben, ihr Vater sei erst nach seiner Festnahme und erst beim Transport zum Hubschrauber im Erdgeschoss am Boden liegend aus nächster Nähe exekutiert worden. Nach anderen Angaben des pakistanischen Geheimdienstes Inter-Services Intelligence soll sie dagegen nur gesagt haben, sie habe die Erschießung ihres Vaters aus nächster Nähe beobachtet. Insgesamt sind bei diesem Navy Seal – Einsatz fünf Menschen getötet worden. Die gesamte Operation dauerte genau 38 Minuten.

Seitdem der US-Sender Fox News den wahren Namen des Buchautors preisgab, hat al-Qaida zur Ermordung von Matt Bissonnette aufgerufen. „No easy day“ wird am 11. September 2012 erscheinen. 400.000 Exemplare wurden bereits gedruckt. 

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