29 Sep 2013, Vienna, Austria --- Vienna, Austria. 29th September 2013 -- Frank Stronach of Team Stronach pictured here during the legislative elections in Austria. -- A legislative election was held in Austria. Various Austrian members of parliament gathered to be interviewed following the end of the election process. --- Image by © HG Maier/Demotix/Corbis29 Sep 2013, Vienna, Austria --- Vienna, Austria. 29th September 2013 -- Frank Stronach of Team Stronach pictured here during the legislative elections in Austria. -- A legislative election was held in Austria. Various Austrian members of parliament gathered to be interviewed following the end of the election process. --- Image by © HG Maier/Demotix/Corbis

Die Angst vor Stronach

Viele Österreicher wünschen sich neue politische Verhältnisse. Davon wird das Team Stronach profitieren. Egal, ob der Milliardär alle Fragen immer gut und klug beantwortet. Sein Erfolg stützt sich auf das etablierte, verfaulte politische System, das keiner mehr riechen kann. 

Es ist völlig egal, wer versucht Frank Stronach im Kreuzverhör vorzuführen. Ob es Ingrid Turnher gemeinsam mit Profil-Herausgeber Christian Rainer am sogenannten runden Tisch sind, oder andere ORF-Journalisten, die um die Mehrheit der österreichischen Sozialdemokraten im österreichischen Parlament bangen. Die Angst vor Stronach ist überall zu spüren, auch wenn sie natürlich totgeschwiegen wird. Niemand wird öffentlich eingestehen, dass der Austrokanadier die angeschlagenen sogenannten Großparteien, und solche die es noch werden wollen, um wichtige Prozentpunkte bringen wird. Das darf in den Augen vieler Parteiapparatschiks nicht so sein, wird sich aber kaum vermeiden lassen.

Auch nicht mit Fragen, die den Milliardär bloßstellen sollen, denen er sich genau genommen gar nicht stellen muss. Denn Frank Stronach muss einfach nur ´sein´- anders als die anderen, was schlichtweg bedeutet: ehrlicher und glaubwürdiger. Die gestellten Fragen muss er weder gut noch klug beantworten. Wie das Euro-Europa aus der Sackgasse zu manövrieren ist, wissen zudem nicht einmal die klügsten Köpfe im gar nicht mehr so geeinten Europa. Herr Stronach auch nicht. Obwohl er die Wirtschaft Österreichs zum Leitthema seiner Kampagnen machen wird.

Die Finanzen der Republik auf gesündere Beine stellen zu wollen, bleibt ein schöner und guter Vorsatz. Ob das mit dem Wissen und der Erfahrung eines Großunternehmers möglich ist, wird sich erst herausstellen müssen. Politische Entscheidungen sind oft das Resultat eines Kompromisses, ein Unternehmer kann leichter als Souverän auftreten als die Parteivorsitzenden einer Regierungskoalition. Auch dann, wenn seine Mitarbeiter am Gewinn tatsächlich beteiligt sind. So viel ist Stronach bereits Politiker – ob er sich so nennen will oder nicht – dass er weiß, die Republik lässt sich nicht wie die Magna Holding AG führen.

Gleichzeitig setzt er sich für eine Flat Tax ein, deren genaue Höhe das Team Stronach noch berechnen muss. Ziel ist nicht nur den Wirtschaftsmotor anzuwerfen, sondern auch das Steuersystem durchschaubarer zu machen. Ein bürgerfreundliches Vorhaben, das von Experten bis zum Wahltag noch unzählige Male hinterfragt und zerpflückt werden wird. Vor allem dann, wenn Stronach den genauen Steuersatz bekannt gibt, wird ihm vorgerechnet werden, dass es so auf gar keinen Fall gehen kann. Vielleicht haben die Experten dann wirklich recht. Aber auch das wird Stronach nicht hindern, mehr als zehn Prozentpunkte einzufahren. Und genau genommen sind es viel, viel mehr als nur zehn Prozent der Österreicher, die sich sicher sind, im kommenden Jahr keine Parlamentspartei wählen zu wollen. Viele von ihnen werden aber gar nicht wählen.

Es ist völlig egal, ob das Konzept Stronach perfekt durchdacht ist oder nicht, ob alle seine Berechnungen bis auf die letzte Kommastelle richtig sind oder nicht, dieses Land braucht, und wünscht sich einen großen Befreiungsschlag. Denn derzeit fühlen wir uns wie Gefangene eines Systems, das wir in keinster Weise mitgestalten dürfen. Das sich neben uns errichtet hat, mit all seinen korrupten Abgründen, die wir in ihrer ganzen Tiefe gar nicht erforschen dürfen, weil die Systemerhalter selbst entscheiden, was wie lange untersucht wird und was nicht, wer befragt wird, und zu welchen Themen. Wir müssen zusehen, dürften natürlich auch demonstrieren. Doch würde es etwas ändern?

Wer Veränderung verspricht, ist in der Alpenrepublik „Herzlichst Willkommen“. Natürlich auch ein gelernter österreichischer Werkzeugmacher aus Kanada. Ob er 1988, als er für die liberale Partei Kanadas kandidierte, erfolgreich war oder nicht, ist mittlerweile nicht einmal mehr nebensächlich. Er hat sein eigenes Geld mitgebracht, das seinen Wahlkampf finanzieren wird. Vorweg schaut es einmal nicht so aus, als wäre seine Bewegung auf Geldspenden angewiesen, die künftig von der Staatsanwaltschaft unter die Lupe genommen werden müssen. Der Milliardär verfügt auch über genügend Geld, um eine beispiellose Inseratenkampagne ohne ÖBB ins Leben zu rufen. Und ob er verschiedene Kostenvoranschläge für die Erstellung der Webseite des Stronachinstituts einholte, kann uns egal sein. Herrn Frank Stronach stehen noch keine Steuergelder zur Verfügung.

Auf alle diese Punkte stützt sich schon heute der Wahlerfolg von Team Stronach im nächsten Jahr. Ob es acht, zehn oder gar fünfzehn Prozent werden, ist für den 80-jährigen Frank Stronach gar nicht so wichtig. Letztendlich wird man dem Milliardär so oder so vorwerfen, er habe sich die Stimmen mit seinem Privatvermögen erkauft. Wer die leeren Parteikassen kennt, der könnte auch Neid und Missgunst vermuten. Hand aufs Herz: Welche österreichische Parlamentspartei würde sich keine Stimmen kaufen, wahrscheinlich sogar mit Steuergeldern, falls irgendwo Wählerstimmen zu kaufen sind? Zum Glück sind sie es nicht!

Frank Stronach Institut

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