13 Aug 2015, Eisenhuttenstadt, Germany --- Eisenhüttenstadt, Germany. 13th August 2015 -- Deportation jail of the central refugee shelter in Eisenhüttenstadt. -- German Interior Minister Thomas de Maiziere and Dietmar Woidke, Governor of Brandenburg visited the overcrowded central refugee shelter in Brandenburg, the foreigners' registration office and the deportation jail in Eisenhüttenstadt. --- Image by © Florian Boillot/Demotix/Corbis13 Aug 2015, Eisenhuttenstadt, Germany --- Eisenhüttenstadt, Germany. 13th August 2015 -- Deportation jail of the central refugee shelter in Eisenhüttenstadt. -- German Interior Minister Thomas de Maiziere and Dietmar Woidke, Governor of Brandenburg visited the overcrowded central refugee shelter in Brandenburg, the foreigners' registration office and the deportation jail in Eisenhüttenstadt. --- Image by © Florian Boillot/Demotix/Corbis

Deutschland: Al-Qaida möchte Gefangenenaustausch

Filiz Gelowicz sitzt in Schwäbisch Gmünd im Gefängnis. Sie hatte die Terrorzelle „Sauerlandgruppe“ unterstützt. Al-Qaida möchte sie nun freipressen. Im Gegenzug soll ein deutscher Ingenieur, der in Nigeria festgehalten wird, freikommen. Im deutschen Außenamt tagt ein Krisenstab. Die Zeit drängt.

Wie viel Geld steht der „National Security Agency“ (NSA) in den USA zur Verfügung? Es wird vermutet, dass das Budget seit den Anschlägen von 9/11 so gut wie unbegrenzt ist. Was die NSA braucht, das bekommt sie auch. Schließlich handelt es sich um den größten und am besten ausgestatteten Militärnachrichtendienst der Vereinigten Staaten. Sein Hauptsitz ist in Fort Meade, 40 Kilometer nördlich von Washington D.C. Das Gelände (17 Quadratkilometer) wird auch gerne „Crypto City“ genannt. Rund 38.000 Mitarbeiter bei der NSA beschäftigen sich in erster Linie mit der weltweiten Überwachung und Entschlüsselung von elektronischer Kommunikation.

General Keith B. Alexander, der Direktor der „National Security Agency“ (NSA), wendete sich im Oktober 2006 an die „Central Intelligence Agency“ (CIA). Es ging um den intensiven Mailverkehr zwischen Deutschland und Pakistan. Über den amerikanischen Auslandsnachrichtendienst wurde der Deutsche Bundesnachrichtendienst (BNA) im bayrischen Pullach informiert und in weiterer Folge landeten alle Informationen beim deutschen Verfassungsschutz, der das sogenannte „Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum“ alarmierte. In Berlin wurde eine Arbeitsgruppe bestehend aus Deutschen Geheimdienstler und CIA-Mitarbeiter gegründet. Und unter dem Namen „Operation Alberich“ überwachten 500 Beamte rund um die Uhr alle Verdächtigen, hörten Telefone ab und verwanzten Wohnungen und Autos. Am Ende der Ermittlungen stand einer der größten Terrorprozesse Deutschlands: Der Sauerlandprozess.

Die Sauerlandgruppe war eine bestehende deutsche Zelle, die zur Vereinigung der terroristischen „Islamische Dschihad-Union“ gerechnet wird. Diese agiert im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan. Dass hinter dem Namen „Islamische Dschihad-Union“ in Wirklichkeit eine militante Untergrundorganisation aus Usbekistan steckt, konnte nie wirklich bewiesen werden. Auch nicht während des gewaltigen Sauerlandprozesses: Drei Mitglieder der angeblich vierköpfigen Sauerlandgruppe wurden vor einem Jahr in Düsseldorf zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Ihnen wurde die „Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung“ nachgewiesen, die „Vorbereitung eines Sprengstoffanschlages“ und die „Verabredung zum Mord“.

Fritz Gelowicz, der Rädelsführer wurde zu 12 Jahren Haft verurteilt Er hatte mit der Sauerlandgruppe 2007 Terroranschläge auf Diskotheken, Flughäfen und US-Einrichtungen in Deutschland geplant. Seine Frau, Filiz Gelowicz, wurde erst vor einem Jahr verurteilt. „Zweieinhalb Jahre Haft“ lautete das Urteil für die Terrorhelferin. Sie hat nachweislich die Terrororganisationen al-Qaida, Islamische Dschihad-Union (IJU) und Deutsche Taliban Mudschahedin (DTM) unterstützt, die für Anschläge auf die internationale Schutztruppe in Afghanistan verantwortlich sind.

Doch wenn es nach der Organisation al-Qaida des Islamischen Maghreb im Norden Nigerias geht, soll die 29-jährige Filiz Gelowicz bald freikommen. Die – laut CIA – gefährlichste Terroreinheit der Welt hält nämlich einen deutschen Ingenieur gefangen. Seit Jänner. Er arbeitete auf einer Baustelle des deutschen Baukonzerns Bilfinger in der Millionenmetropole Kano, im Norden Nigerias. Der Polizeisprecher erinnert sich:

„Insgesamt waren es drei Männer. Einer saß am Steuer. Die anderen beiden kamen und fesselten ihn, warfen ihn in den Kofferraum und fuhren sofort davon.“

Die mauretanischen Informationsagentur Nouakchott hat vor zwei Tagen ein Video erhalten: Die Entführer des deutschen Ingenieurs verlangen die Freilassung von Um Seif Allah al-Ansar, also von Filiz Gelowicz, der Ehefrau des Chefs der Saarlandgruppe. Sie sitzt ihre Haftstrafe in Schwäbisch Gmünd ab. Hier soll sie, nach Auffassung der Gruppe,  „unmenschlich behandelt werden.“ Von vielen Experten, die sich vor allem auf das Analysieren von islamistischen Propagandavideos spezialisiert haben, wird das Video als „authentisch“ eingestuft. Der Krisenstab im deutschen Außenamt prüft allerdings noch die Echtheit der Videobotschaft.

Filiz Gelowicz lässt unterdessen über ihren Anwalt ausrichten, sie wisse nichts über diesen Freipressungsversuch.

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