05 Sep 2013, St. Petersburg, Russia --- September 5, 2013. - Russia, Saint Petersburg. - Official welcome of G20 leaders by Russian President Vladimir Putin. In picture: car of President of the United States of America Barack Obama. --- Image by © Aleksander Nikolaev/Global Look/Corbis05 Sep 2013, St. Petersburg, Russia --- September 5, 2013. - Russia, Saint Petersburg. - Official welcome of G20 leaders by Russian President Vladimir Putin. In picture: car of President of the United States of America Barack Obama. --- Image by © Aleksander Nikolaev/Global Look/Corbis

Cadillac Number One: „The Beast“

Seit rund 100 Jahren beliefert General Motors das Weiße Haus mit Cadillacs. Aus den eleganten Präsidentenlimousinen wurden gepanzerte Spezialfahrzeuge wie „The Beast“. Die Konstruktionspläne sind streng geheim. 

Die US-Präsidentenwahl vor genau 100 Jahren, am 5. November 1912, gewann Woodrow Wilson mit nur 41,8 Prozent. Dieser Stimmenanteil war völlig ausreichend, weil es damals insgesamt drei Kandidaten gab. Die Republikaner hatten William Howard Taft und Theodore Roosevelt nominiert. Die republikanischen Wähler waren gespalten. Das verhalf dem Demokraten Woodrow Wilson zum Sieg. Er gewann die Wahlmännerstimmen von 40 der damals 48 Bundesstaaten.

Der 28. Präsident der Vereinigten Staaten, Thomas Woodrow Wilson, erhielt für seine Verdienste um die Beendigung des Ersten Weltkrieges und die Gründung des Völkerbundes 1919 den Friedensnobelpreis. An der US-Siegesparade in New York und Boston im September desselben Jahres nahmen insgesamt 25. 000 Soldaten teil. Präsident Wilson hatte die Siegesparade von einem Cadiallac Serie 53 abgenommen. Es war das erste Auto mit einem V8-Motor, das in Massenproduktion ging.

Nach einem Schlaganfall, ein Monat später, war der US-Präsident halbseitig gelähmt und mehr denn je auf „seinen“ Cadillac angewiesen. Nur die tiefe Freundschaft und die grenzenlose Loyalität zu seinem Präsidenten haben Leibarzt Cary Travers Grayson davon abgehalten, US-Präsident Wilson für „amtsunfähig“ zu erklären.

Mit Präsident Wilson begann die Ehe zwischen dem Weißen Haus und Cadillac. Doch schon sein Vorgänger ließ sich kurz einmal in einem Cadillac chauffieren: US-Präsident William Howard Taft, ein bekannter Autofanatiker, wurde in einem Cadillac Modell G zu seiner Angelobung gebracht. Dass Cadillac die Limousinen der US-Präsidenten baut, ist seither ein ungeschriebenes Gesetz. Die Lieferung ans Weiße Haus ist für General Motors ein einzigartiger Marketing-Coup. Denn einen prominenteren Werbeträger als den Präsidenten der Vereinigten Staaten kann man sich kaum vorstellen. Die meisten Fahrzeuge der US-Präsidenten waren allerdings Massenware, nicht wirklich einzigartig. In erster Linie kostspielig und auf Hochglanz poliert.

Heute werden die Sicherheitsfahrzeuge nach den Vorstellungen des Secret Service gebaut. Bushs Dienstwagen war noch ein Derivat des Cadillac-Flaggschiffs DTS, der sich angeblich auf Knopfdruck von Nebel umhüllen ließ. Gleichzeitig konnte „sein“ Cadillac auch per Joystick ferngesteuert werden, sollte dem Fahrer etwas passieren. Barack Obama wird im „Cadillac One“ durch die Welt chauffiert: Eine schwer gepanzerte Spezialanfertigung. Die Karosserie ist 13 cm dick – mehr als doppelt so dick wie die Karosserie der Limousinen europäischer Staatschefs. Sie besteht aus Aluminium, Titan, Keramik, Stahl und Spezialschaumstoffen. Sie sitzt auf dem Fahrgestell des 2500er Chevrolet Silverado, eines Pick-ups und soll sogar einem Stinger Raketenkopf standhalten. Das Gewicht der Präsidentenlimousine ist geheim, weil man so detaillierte Rückschlüsse auf seine Panzerung ziehen könnte. Experten schätzen, dass die Limousine ungefähr 8 Tonnen wiegt und maximal 100 km/h erzielt. Eine Tankfüllung reicht für knapp 115 Kilometer. Normalerweise parkt der „Cadillac One“ in der Tiefgarage des Secret Service. Seine Mitarbeiter nennen das tonnenschwere Fahrzeug auch gerne: „The Beast“. Schätzungen zu Folge soll es insgesamt sechs Prototypen geben.

 Die Fenster sind ebenfalls 13 cm stark. Sie bestehen aus einer Glasschicht, die von äußerst dichtem Plastik umhüllt ist, das einschlagende Kugeln abbremsen soll. Das verwendete Polykarbonat verhindert zudem das Zersplittern der Scheiben. In den Reifen befindet sich ein Ring, wahrscheinlich aus Nylon und/oder  Kevlar (ein extrem widerstandsfähiger Kunststoff auf der Basis Kohlenstoff, der aus der Raumfahrt stammt). So kann der Waagen problemlos weiterfahren, selbst wenn die Reifen zerschossen wurden. Der Benzintank ist durch einen Schaumstoffmantel geschützt, der eine Entzündung nach direkten Treffern verhindert.

Es ist kaum verwundernswert, dass es sehr schwer ist „The Beast“ zu steuern. Die Staatskarosse ist fast 6 Meter lang. Panzerglas verzerrt an den Seiten die Sicht des Chauffeurs. Die Fahrzeugsäulen der Limousine sind ganz anders konstruiert als bei normalen Fahrzeugen – dadurch entstehen sehr viele tote Winkel. Die Inneneinrichtung ist elegant, wenn auch nicht umwerfend: Eine spezielle Klimaanlage, handvernähte Lederpolster kombiniert mit Edelhölzern und ein zehnfacher CD-Wechsler. Der Innenraum lässt sich – angeblich – sogar hermetisch abdichten, um auch gegen chemische Angriffe gewappnet zu sein. Angriffe durch chemische und biologische Waffen erkennt das Fahrzeug selbst. Das Auto kann dann komplett versiegelt werden. Für diesen Fall gibt es für die Insassen eine eigene Sauerstoffversorgung. Mitgeführt werden auch sogenannte Täuschkörper: Sie sind aus Metall, explodieren in der Luft und lenken Luft-Boden-Raketen vom Ziel ab.

Der US-Präsident ist auf den Straßen immer im Konvoi unterwegs. Niemand darf sofort erkennen, in welcher Limousine er chauffiert wird. Oftmals sitzt er aber in keinem einzigen Auto mit dem Kennzeichen „USA 1“, sondern wird mit dem Helikopter „Marine One“ an sein Ziel gebracht.

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